Barrierefrei planen, bauen und entwässern

Barrierefrei planen, bauen und entwässern

Unbehinderte Mobilität

Blindenleitsystem am Casanus Gymnasium in Wittlich

Ziele erreichen

Blindenleitsystem am Casanus Gymnasium in Wittlich

Vorwort

Gesetzliche Voraussetzungen um Barrierefreiheit zu erfüllen und diese durch Innovationen umzusetzen, ist die gegenwärtige Herausforderung an die Industrie. Der technische Fortschritt mit der Herstellung neuartiger oder wesentlich verbesserter Produkte und Materialien nach dem Konzept "Design für Alle" sollen Infrastrukturen so gestaltet sein, dass sie auch für Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Verkehrsraum nützlich sind und ihnen eine Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft ermöglicht wird.

Interessant für den Fußgängerverkehr ist die Nutzung linearer Oberflächenentwässerung auf Plätzen, Wegen oder auch an Gebäudeeingängen, die ohne Höhenunterschied für Rollstuhl- und Rollatornutzer problemlos überfahren werden können und für Menschen mit Sehbehinderungen oder mit dem Blindenlangstock eine Leit- und Orientierungsfunktion vorfinden. Zu diesem Zweck sind spezielle Abdeckungsaufsätze in Rippen- und in Noppenstruktur entwickelt worden, die nach den Normmaßen über Bodenindikatoren der DIN 32984 ausgerichtet sind. Zu diesem visuellen und taktilen Kontrast entsteht  durch die Graugussabdeckung mit dem Hohlkörper der Entwässerungsrinne ein bedeutungsvoller akustischer Kontrast beim Überstreichen der Strukturen mit dem Langstock. Das Entwässerungssystem von BIRCO leistet mit dieser Neuheit einen wesentlichen Beitrag zur Barrierefreiheit im öffentlichen Raum.

Wendelin Mühr, im April 2017

Dipl.-Ing. Wendelin Mühr 
ist vom Beruf Straßen- und Verkehrsplaner. Zuletzt 18 Jahre beim Stadtplanungsamt in Fulda und entwickelt auf der Grundlage von Normen und Regelwerke seit 2002 Detailzeichnungen für barrierefreie Verkehrsanlagen. Im April 2008 gründete er das „Ingenieurbüro - Barrierefreies Planen und Bauen Fulda“. Die Vielzahl seiner barrierefreien Ausarbeitungen wurde u.a. in praxisbezogenen Handbüchern veröffentlicht (LEITdetails 2010 bis 2013). Publiziert wird gegenwärtig das Handbuch „IM DETAIL – Taktiles Leitsystem im Verkehrsraum“. Weiterhin ist er als Fachreferent tätig, führt Seminare und berät Produkthersteller, Kommunen und Planungsbüros. Für die Bauämter werden Projektdetails von barrierefreien Verkehrsanlagen aller Art erarbeitet.

www.barrierefrei-mobilitaet.de

Dipl.-Ing. Wendelin Mühr

Dipl.-Ing. Wendelin Mühr

Taktiles Leitsystem im Verkehrsraum

Taktiles Leitsystem im Verkehrsraum

Handbuch „IM DETAIL – Taktiles Leitsystem im Verkehrsraum“176 Seiten, farbig, 186 Detailzeichnungen, Skizzen und Abbildungen mit Quellennachweis und Herstellerverzeichnis
ISBN 978-3-00-048276-2
Bestellung unter: www.barrierefreie-mobilitaet.de oder in jeder Buchhandlung

Vielfalt leben

Inklusion heißt Zugehörigkeit.

Inklusion ist ein Menschenrecht, das in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschrieben ist. Deutschland hat diese Vereinbarung unterzeichnet. Wenn jeder Mensch – jung oder alt – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit – das ist gelungene Inklusion. In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein. Jeder ist willkommen. Wir alle profitieren davon. Schwellenfrei heißt: Abbau von Hürden. Weniger Barrieren in den Köpfen, mehr Offenheit, Toleranz und ein besseres Miteinander.


Normen beachten – Teil 1

DIN 32984 2011-10

„Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“ Wichtig: Zwei-Sinne-Prinzip. Es müssen bei der Nutzung von Bodenindikatoren mindestens zwei der drei Sinne Sehen, Hören, Tasten verstanden werden.

DIN 18040.1

„Öffentlich zugängliche Gebäude“ Wichtig: Taktil erfassbare Orientierungshilfen. Sie müssen sich gut durch Form, Material, Härte und Oberflächenrauigkeit unterscheiden.

DIN 18040.3

„Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum“ Wichtig: Formulierung von Schutzzielen. Sensorische Anforderungen (visuell, akustisch, taktil) müssen erfüllt werden.

DIN 32975

„Gestaltung visueller Informationen im öffentlichenRaum zur barrierefreien Nutzung“Wichtig: Leuchtdichtekontrast. Er muss bestimmte Mindestwerte erfüllen.Es wird zwar auch auf Farben eingegangen,diese können aber nur unterstützend wirken, jedoch niemals einen niedrigen Leuchtdichtekontrastausgleichen.


Das BIRCO-Blindenleitsystem

Gussabdeckung „Rippe“ für Entwässerungssystem BIRCOsir

Gussabdeckung „Rippe“ für Entwässerungssystem BIRCOsir


Gussabdeckung „Noppe“ für Entwässerungssystem BIRCOsir

Gussabdeckung „Noppe“ für Entwässerungssystem BIRCOsir

Leitsystem und Entwässerung in einem Bauteil

Leitsystem und Entwässerung in einem Bauteil


Sicher ankommen

Extentrischer Abzweig

Durchlaufende Rinne


Abzweig gerade aus oder für rechte bzw. linke Abbiegung

Anschluss an Sinkkasten im Rinnenprofil

Abzweig für rechte und linke Abbiegung

Anschluss an Sinkkasten im Abzweig


Abzweig einer Kreuzung

Entwässerungshochpunkt

Barrierefreiheit durch ebene Fläche

Barrierefreiheit durch ebene Fläche


Gezielt entwässern

BIRCO Guss-Abdeckung

(schwarz oder verzinkt) nach DIN 32984

Wichtig: Drei Sinne!

  •  Akustik
  • Taktilität
  • Kontrast
BIRCO Guss Abdeckung

Verlegebeispiel Leitstreifen und Aufmerksamkeitsfeld

DIN EN 1433

„Definition von Belastungsklassen für Entwässerungsrinnenund Abdeckungen.
“Wichtig: Verkehrssicherheit. Problemlos einsetzbar für Mischverkehrsflächen, z.B. Shared Spaces.

BIRCO Rinne Maße

Hoher Retentionsraum auch bei Starkregenereignissen

BIRCO Rinne

Rinnenkörper bis zu 2 Meter Baulänge der höchsten Belastungsklasse F 900


Herzlich willkommen

Eingangsbereiche

Ob Ämter, Veranstaltungsorte oder Unternehmen,der Zugang führt über den Eingang. Schon hier werden durch falsche Planung Menschengruppen ausgeschlossen. In einer alternden Gesellschaft ist Barrierefreiheit nicht ein lästiges Muss,sondern der Megatrend.

Wichtige Fragen
  • Ort des Eingangs?
  • Weg zum Eingang?
  • Barrierefreier Übergang?
  • Öffnung der Tür?
  • Mögliche Hilfestellungen?
  • Bautechnisch korrekteUmsetzung an Belägenund Fassade?

Normen beachten – Teil 2

Übergänge an Terrassen und Balkonen

Übergänge an Terrassen und Balkonen

DIN 18195

„Bauwerksabdichtungen“

DIN 18024

„Bewegungsflächen“

Lösung entsprechend Flachdachrichtlinie

Lösung entsprechend Flachdachrichtlinie

FLL „Übergangsbereich Freiflächen/Gebäude“

Wichtig: Barrierefreie Übergänge < 2cm müssen in Übereinstimmung mit der Flachdachrichtlinie als technische Sonderlösungen zwischen Planern, Herstellern und Ausführenden abgestimmt werden.

Bautechnische Umsetzung

Wichtig: Für barrierefreie Zugänge kann mittels Rinne niveaugleich angeschlossen werden. Die oft genannten 15 cm Eintrittshöhe zur Tür („wasserführende Ebene“)werden nicht verlangt – 5cm gelten als anerkannte Regel der Technik.


Stolpern verhindern

Nicht barrierefrei
Barrierefrei
Barrierefrei mit Perimeterdämmung

Wichtig: Es ist nicht unbedingt erforderlich, dass die Bauhöhe einer perforierten Rinne mit der angrenzenden Belagshöhe identisch ist.


Planung im Detail

Variante A – Terrasse ebenerdig

Anschluss der Rinnen (BIRCOtop) an Entwässerungsleitung bei nicht versickerungsfähigen Böden ist unbedingt erforderlich.

Variante B – Terrasse ebenerdig

Anschluss der Rinnen (BIRCOtop) an Entwässerungsleitung bei versickerungsfähigen Böden ist nicht zwingend erforderlich.

Variante C – Terrasse oder Balkon

Anschluss der Rinnen (BIRCOtop) bei 2. Entwässerungsebene kann optional über einen Stichkanal an Bodenablauf erfolgen.


Barrierefrei realisieren

Eingangsbereich rund

Eingangsbereich rund

Eingangsbereich mit Lochrost

Eingangsbereich mit Lochrost

Leitsystem Fußgängerzone Bergisch Gladbach

Leitsystem Fußgängerzone Bergisch Gladbach

Anders sein durch Individualität

Dezente Schlitzaufsätze

Dezente Schlitzaufsätze

Beleuchtete Rinne BIRCOlux

Beleuchtete Rinne BIRCOlux

Wappen und Logos

Wappen und Logos